Hallo
Ich halte und züchte seit über 8 Jahren Steppengrillen (Gryllus assimilis), da sie am leisesten rufen und eine gute Vermehrungsrate haben. Die Zucht läuft ohne grosse Probleme und ohne je neue Zuchtgrillen beizufügen. Ich verfüttere sie ganz klein regelmässig an meine Dendrobaten und grösser an meine Agalychnis. Als Futter eignen sich nur die Jungtiere bis zu einem Alter von ca 3 Wochen, adult sind sie viel zu gross.
Zu allfälligen Nachteilen
- nicht gefressene Grillen werden in Terrarien zu adulten, können sich aber nicht fortpflanzen
- ab einer gewissen Grösse werden Pflanzen angefressen
- entflohene Steppengrillen halten sich lange in der Wohnung, pflanzen sich aber nicht fort
Diese Nachteile hindern mich aber nicht sie als Ergänzung zu verfüttern. Man sollte einfach nicht zu viele Grillen auf einmal und eher junge in die Terrarien geben. Auch wenn adulte Steppengrillen teilweise sogar noch grösser sind als die gehaltenen Dendrobaten wurde noch nie einem Frosch von einer Grille etwas angetan.
Zuchtanleitung:
Du kannst mit ca. 20 ausgewachsenen Grillen beginnen, am besten eher mehr Weibchen als Männchen. Noch besser ist es sich einen Zuchtansatz mit Grillen in verschiedenem Alter besorgt, damit man die legenden Grillen laufend ersetzen kann und nicht warten muss bis die ersten selbstgezüchteten Grillen geschlechtsreif werden.
Um Grillen zu züchten, muss man wissen, dass man ihr zirpen hört und die Zucht einen gewissen Eigengeruch hat, man also am besten einen Platz aussucht, an dem sie niemanden stört. Die Geruchsbelästigung kann durch saubere, trockene Haltung relativ gering gehalten werden.
Setze die erwachsenen Grillen in einen ausbruchssicheren Behälter aus Glas, Plastik, Hartholz oder ähnlichem. Verwende keine Kartons, denn diese Tiere zernagen fast alles. Darin bietet man den Tieren Versteckmöglichkeiten, wie Eierkartons, WC Papierrollen und stellt eine ca. 10 x 10 grosse und 5 cm hohe Plastikbox mit feuchtem Blumensteckschaum wie Oasis, Mosy etc., aber nicht im stehendem Wasser, als Eiablagestelle zur Verfügung. Dort stechen die Weibchen mit ihrem Legestachel die Eier ins Substrat. Da es oft zu Eier-Räubereien kommt, decke ich das Eiablagegefäss mit einem Fliegengitter aus Aluminium ab, Maschenweite ca. 2x2 mm, das die Grillen am fressen der Eier hindert. Es ist darauf zu achten, dass der Blumensteckschaum nicht ganz austrocknet, da die Eier dann absterben. Gefüttert wird mit handelsüblichem Grillenfutter, Hunde- oder Haferfocken, Fischfutterflocken, Obst- und Gemüsestückchen.
Haben die Grillen wie bei mir immer Orangenschnitze, diese halten normalerweise eine Woche, zur Verfügung kann man auf eine Wasserstelle verzichten. Sonst sollte die Wasserstelle flach und leicht zugänglich sein. Da sich Grillen sehr gerne selbst ertränken, legt man irgendwas hinein, woran sie gut herausklettern können. Temperaturen zwischen 26 und 32° C sind für die Zucht angemessen.
Die Eiablagebox sollte nach 10 Tagen ausgewechselt, entnommen und in einen Aufzucht Behälter umgesetzt werden. Nach wenigen Tagen sollten dann die jungen Grillen ausschlüpfen. Auf diese Weise können die Grillen oder Heimchen nach Grösse getrennt aufgezogen werden, um spätere Zuchttier-Generationen sicherzustellen. Bis die jungen Steppengrillen geschlechtsreif sind dauert es ca. 60 Tage.
Behälter:
Der Zuchtbehälter für die Adulten Grillen hat eine Grösse von 60x60x40cm ist aus Phenolharzspanplatten mit Schiebescheiben, einem gelochten Bodenblech und einer Kotschublade. Die Seitenwände sind mit Aluminiumfliegengitter bespannt. Mit einer 40 Watt Birne im inneren habe ich ideale Temperaturen, ca. so um 35°C am Tag, 22°C in der Nacht.
Als Grillen Aufzucht Behälter verwende ich verschieden grosse Plastikaquarien mit einem Deckel aus Aluminiumfliegengitter. Damit ich die Grillen immer in verschiedenen Grössen getrennt habe setze ich das Eiablagegefäss immer nach einer Woche in ein neues Plastikaquarium.
Ich wünsche viel Erfolg Werni