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Vergesellschaftung
AquaTerraristik
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Beitrag: #81
RE: Vergesellschaftung

Mahlzeit zusammen,

ich will mich jetzt mal nicht zu tief in die Diskussion werfen, aber:

Zitat:
Oder können deine Frösche die Decke entlang laufen?


Ob dus glaubst oder nicht, meine Sprühdüsen hängen auch so dass man denkt es kommt kein Tier hin, und dennoch sitzen meine D. auratus ab und an drauf. Irgendwo hier im Forum konnte ich auch schon lesen, dass Tiere Wort wörtlich die Decke entlang sind.

Was das Ganze mit Vergesellschaftung angeht, in meinem Bekanntenkreis hab ich wen, der das ganze Hobby schon seit 45 Jahren+ betreibt. Diesen Jemand hatte ich bis Februar noch als Nachbarn, und zwar ganze 16 Jahre lang. Von klein auf war ich bei ihm drüben und kann deshalb auch vorsichtig mal was zu Vergesellschaftung sagen. Der Herr hält nämlich seit mehr als acht Jahren Ph. terribles und Oophaga histrionica "tantama Orange" zusammen. Seit acht Jahren macht er immer von Februar bis Ende April eine Trockenzeit, und bisher haben sie sich gegenseitig nicht zerfleischt. Sowohl die Phyllobaten als auch die Oophagen haben regelmäßig gelaicht. Allerdings ist bei den Ph. terribles natürlich mehr rum gekommen als bei den histrionicas. Das Terrarium hat eine Maße von 100x60x80cm (LxBxH - versteht sich). In einem Baugleichen Terrarium wollte er dann vor drei Jahren ebenfalls Ph. terribles mit weiteren Oophaga histrionica "tantama Orange" zusammen lassen, aber diesmal war es so: Die Oophaga waren ENZ von den vergesellschafteten, die terribles waren aus einem anderen Terrarium mit O. pumilio "solarte". Das ganze ging böse daneben, denn nach und nach sind einfach die terribles abgemagert, bis er sie raus fangen musste. Ja richtig, die terribles, den Oophagen ging es weiter wunderbar. Dann hat er es mit terribles aus einem dritten Terrarium versucht, welche zuvor ohne Vergesellschaftung leben, und plötzlich war das Verhalten wie im erstgenannten Becken. Und seit zwei Jahren werfen beide Arten wieder Nachzuchten ab.

Und da sind wir an einem in meinen Augen wichtigen Grund, es kommt nicht nur auf die Größe des Terrariums an, oder dessen Einrichtung, sondern auch auf die Tiere an sich! Ist bei den auraten ja auch so ähnlich, alle mäckern immer, sie seien so scheu, und ach wie schlecht sie für Anfänger seien, denn man sieht sie nie… Pustekuchen, kann ich von meiner 1,2 Gruppe nicht behaupten, die sitzen den ganzen Tag schön sichtbar rum und auch wenn ich im Terrarium arbeite, zeigen sie keine Scheu... Woran kanns also liegen, dass terribles aus einer Vergesellschaftung mit pumilio plötzlich schlapp machen, wenn sie zu histrionica kommen, und dann später wieder „ausm Keller“ kommen, wenn sie zurück in ihrem alten Terrarium bei den pumis sind? Nur auf die Art(en) an sich kann man das wohl bestimmt nicht schieben…

Und jetzt mal eine persönliche Beobachtung zur Vergesellschaftung von D. t. "azureus" und O. pumilio "darkland". Anfang der Sommerferien hab ich in der Wilhelma Praktika geleistet, und wenn ich mit meinen Arbeiten fertig war, hab ich zu den Dendrobaten in die Terrarien geschaut, immer so 10-20 Minuten den Tag. Da ist mir dann eines aufgefallen: Morgens, wenn noch keine Besucher da sind, sitzen alle drei der pumilio aufm Boden und jagen das kleingeviechere, während die azureus einen riesen Bogen um die Pumis gemacht haben. Ignorier verhalten? Sicher nicht! Wenn die pumilio am Boden saßen hat keiner der azureus gerufen, geschweigeden sich getraut aus der Ecke zu hüpfen. "Funktionieren" tut diese Vergesellschaftung dort schon seit über zehn Jahren, aber da weder die azureus regelmäßig Laichen noch die pumilio, scheint doch da was nicht zu stimmen, und das Verhalten der azureus spricht für sich, dass sie sich nicht wohl fühlen. Ich hab diesen Farbmorph nämlich als recht aktiv kennen gelernt, und nicht so passiv in der Ecke. Sobald die Besucher übrigens kamen, zogen sich die pumilio wieder nach oben in die Bromelien zurück, und die azureus wurden von jetzt auf naher wieder munter...

Wenn ich mal an den Podcast mit Herrn Dr. Michael Liebich erinnern darf, er berichtet doch von einem azureus, der kurz vorm Kippen war, weil er nicht gefressen hat? Eventuell, bzw. sicherlich durch die Vergesellschaftung. Jetzt wäre es für mich interessant zu wissen, ob es nur an der Gruppe die er eingebracht hat lag, oder ob es wohl ein gebrechen aller azureus ist. In einem hat er recht, azureus treffen in ihrer Heimat auf keine anderen Dendrobaten, dementsprechend werden sie sich sicherlich schwerer tun in einer Vergesellschaftung.

Nur mal so als Denkanstoß.


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29.08.2011 15:23
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farbenwunder
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Beitrag: #82
RE: Vergesellschaftung

Mensch, dass in der Wilhelma scheinen ja richtige Kampf Pumis zu sein Smile
Naja, es stellt sich auch die Frage, wieviel von der Natürlichen Verhaltensweise im Hinblick auf Vergesellschaftung bei Azureus Nachzuchten noch vorhanden ist...
Es fängt ja schon mal damit an, dass sie im Zoofachhandel mit mehreren Arten ( auch nicht Dendrobaten ) im selben Becken sitzen. Somit sind manche da schon einiges gewohnt und reagieren nicht unbedingt wie ein Wildfang.
Bei meinen Azureus ist es bisher eher andersherum. Wenn sich ein Azureus einem Pumi nähert dann zieht sich der Pumi zurück. ( Würde ich auch so machen bei dem Größenunterschied... Smile )
Es sind viele Faktoren für das Gelingen wichtig. Ein Faktor ist auch, wer saß zuerst im Becken? Das kann man bei vielen Tierarten beobachten. Die neuen ordnen sich erstmal unter.
Und bei mir war es eben so, dass die Azureus schon wesentlich länger drin saßen.

Gruß,
Farbenwunder

30.08.2011 10:04
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jens
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Beitrag: #83
RE: Vergesellschaftung

ich hoffe, ihr verzeit mir, dass ich mich jetzt äußere, ohne mir den kompletten thread durchzulesen. ich bin generell sehr skeptisch, wenn es darum geht, dendrobaten in terrarien anders als 1,1 zu pflegen. einige wenige aussnahmen gibt es natürlich.

ich wollte mal kurz eine erfahrung von mir geben, die zwar nichts mit vergesellschaftung, wohl aber mit gruppenhaltung zu tun hat. wobei bei den meisten, die vergesellschaften ja auch nicht 1,1 gehalten wird. meiner meinung ist jedes terrarium zu klein, um völlig sicher zu sein, wenn es um revierbildung geht.

ich habe vor zwei jahren einen versuch in einem becken mit den maßen 1,20x1,0x0,75m gemacht, in das ich eine gruppe aus fünf lamasi (hochland) setzte. das becken war extrem strukturiert mit vielen klettermöglichkeiten, wurzeln und u.a. ca. 25 bromelien. ich hoffte zum einen, dass die tiere in einem großen becken mit extrem vielen rückzugsmöglichkeiten ein wenig ihre scheu verlieren, die lamasi sonst recht nervig macht und zum anderen bot sich diese größe an, um dieser hochlandart ein weiteres klimaspektrum zu bieten (temperaturen von 16-30 grad). end vom lied: es ist lediglich ein pärchen übergeblieben. letztes jahr habe ich revierstreitigkeiten zweier männchen gesehen - einen stunde später lag einer tot auf einer bromelie. gut, jetzt sind die kleinen arten nicht gerade friedfertig aber ein solch radiklaes verhalten hat mich überrascht. mich hat diese sache sehr, sehr vorsichtig gemacht. unsere becken sind zu klein, damit sich tiere wirklich aus dem weg gehen können - ob innerartlich oder mit mehreren arten besetzt. leider.
jens

30.08.2011 11:20
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Dude
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Beitrag: #84
RE: Vergesellschaftung

Das sich die pumis zurückziehen wenn ein azureus auftaucht sagt mir doch schon das die pumis nicht so können wie sie gerne wollen und das sich nachzuchten anders verhalten als wf kann ch nicht bestätigen und kann nur sagen je mehr platz die frösche haben um so natürlicher ihr verhalten ist oder woher z.b sollte mein nz männchen wissen das es das weibchen mit seinen rufen beruhigen kann sollte sie mal nen schlechten tag haben oder er wieder durch ihr revier dackelt
ja auch pumilio weibchen bilden nach meiner beobachtung reviere aus bei mir ist das der boden des terrariums...kommt er auf den boden ohne vorher gerufen zuhaben gibts eine auf den deckel ist zwar nur ein kurzes anspringen aber ich deute es als revierverhalten


Mfg Thomas


Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das, was die Dummen wollen.



30.08.2011 12:52
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farbenwunder
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Beitrag: #85
RE: Vergesellschaftung

Ich sehe das etwas anders. Es ist eben kein natürliches Verhalten, wenn z.B die Pumis sich ausbreiten wie sie wollen und somit wie die Made im Speck leben.
Hier kann man lediglich beobachten, wie sie sich ohne Konkurrenz verhalten. Das ist nicht natürlich.

Gruß
Farbenwunder

30.08.2011 13:36
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AquaTerraristik
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Beitrag: #86
RE: Vergesellschaftung

Zitat:
Ich sehe das etwas anders. Es ist eben kein natürliches Verhalten, wenn z.B die Pumis sich ausbreiten wie sie wollen und somit wie die Made im Speck leben.


Ich weiß aus erster Hand das sowol O. histrionica als auch O. pumilio den Boden für die Nahrungssuche aufsuchen. Und zwar nicht nur im Terrarium... Aber egal, wer glaubt sowas schon...


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30.08.2011 14:01
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Rindviech
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Beitrag: #87
RE: Vergesellschaftung

Da ist eben nicht natürlich - die Tiere werden durch den Druck einer anderen Art auf einem kleinen Revier eingesperrt, dadurch entsteht Stress und Stress drückt aufs Immunsystem der Tiere der Organismus stirbt .....

Mach mal folgendes Gedankenexperiment, um dir das vorstellen zu können:
Du bist auf einer Turnhalle in dieser Turnhalle rennt ein Tiger rum, der dich auf einen Bereich von 5 Metern einsperrt - du musst jederzeit damit rechnen, dass der Tiger in Dein "Territoruim" eindringt und Dich frisst ........., weil Du eben eingesperrt bist hast Du keine Möglichkeit zu entkommen - was denkst Du wie Dein Körper reagieren wird?

"Eine Behälterfläche von 140×70cm z.B. hat nicht ausgreicht um zwei Paare von ‚Retis‘ neben einander existieren zu lassen – nach drei Wochen war das schwächere Paar verdrängt worden und verkümmert. Ähnlich wie bei Phelsumen, haben sich die Männchen gezielt gesucht und attakiert. Ein friedliches Nebeneinander war nicht möglich gewesen."
Quelle: http://www.christmanns-froschbuch.de/htm...z__05.html

Offensichtlich wird das was Du als natürlich empfindest von den Tieren als Bedrohung empfunden und sie quittieren das eben mit dem sich nicht frei bewegen kümmern. Es hängt letztendlich von der Konstitution der Tiere ab, wie lange die das "aushalten". Schwächelt ein Tier aus irgendwelchen Gründen, dann wird das andere sicherlich darüber herfallen und es attackieren. Die Natur ist Grausam und letztendlich geht es auch im Terrarium ums Überleben des Individuums und der Art.


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Gespräche über Pfeilgiftfrösche
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Ich weiss nix!
30.08.2011 14:26
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Dude
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Beitrag: #88
RE: Vergesellschaftung

aber deine Art der Haltung ist natürlich? 3 arten aus 3 unterschiedlichen gebiete die sich nie im leben überden weg laufen würden ich sage nur Eisbär und Pinguin


Mfg Thomas


Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das, was die Dummen wollen.



30.08.2011 15:33
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Bing
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Beitrag: #89
RE: Vergesellschaftung

farbenwunder schrieb:
1. Treffen sich pumis und azureus in der Natur nicht"

Ich habe mich gekugelt vor lachen... ach neeee eeecchhhht???


Nein das machen sie nicht , zwischen den Fundorten liegen einige tausend Kilometer , streng genommen , haben die auch andere Klimatische bedingungen in ihren Lebensräumen , die wir aber sowiso nicht 100 % realisieren können.

Eigendlich haben wir die Diskusion nur , weil du 2 Worte vergessen hast und die sind "Bis jetzt"(Bis jetzt , funktioniert es ohne Probleme Wink ).
Und nochmal meine Meinung , warum sollte man vergesellschaften , was für ein Ziel verfolgt man damit . Man verwirklicht doch nur , seine eigenen Vorstellungen und gibt sich dem Risiko hin , das es scheitert .
Der Begründung , das die Frösche nicht wie im Schlaraffenland leben sollen , kann ich nicht folgen . Fressfeinde , braucht man im Terrarium nicht Wink. Und bei Revierstreitigkeiten , können die Frösche in der Natur umziehen .
Und noch einmal , was du machst , ist deine Sache , aber wenn du etwas in einem Forum schreibst , gibt das immer Resonanzen , gerade bei diesem Thema. Da muss man schon sehr ausführlich und bedacht schreiben , oder es vieleicht besser lassen . Aber dafür ist es ja nun zu spät , daher bin ich gespannt auf die Erfolge oder Misserfolge deines Versuches.

mfG
Frank

mfG
Frank

30.08.2011 16:18
chdo
IGD
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Beitrag: #90
RE: Vergesellschaftung

Toller post von Bing auch das ist mir die ganze Zeit im Kopf herum !


Jeder der ehrlich zu sich ist hat doch zumindest am Anfang an Vergesellschaftung gedacht! Aber wer darüber nach denkt muss sich doch die Frage stellen was der Sinn ist! Ein schöner bunter Froschsalat???

Ne ehrlich erklärt mir bitte einer den Sinn?

Bitte!!!!

30.08.2011 19:29
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