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Kleine Frösche als Geckofutter?
Rheobates
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Beitrag: #1
Big Grin  Kleine Frösche als Geckofutter?

Vorneweg: Der Threadtitel ist vielleicht irreführend - hier geht es nicht darum, Frösche an Geckos zu verfüttern.

Vielmehr geht es um folgendes:

Vor einigen Monaten war ich in einem Zoo in Nordamerika, in dem es auch ein recht großes Haus mit verschiedensten Terrarien gab. In einem solchen Würfelterrarium, das etwa eine Kantenlänge von 2m gehabt haben dürfte, wurden mehrere Tierarten vergesellschaftet.

Darunter auch recht kleine Ranitomeyas, die vielleicht 15mm groß gewesen sind.
Neben Amphibien beherbergte das Terrarium auch Phelsumen, die etwa 12cm lang gewesen sein dürften.

Da ich selbst keine Phelsumen halte, weiß ich nicht wie deren Fressverhalten aussieht.

Was ich mich allerdings gefragt habe ist, ob diese Geckos die kleinen Frösche nicht potentiell als Nahrung betrachten und entsprechend angreifen oder gar verzehren könnten? Oder stellen bunte Frösche aufgrund der Signalfarben und Giftigkeit im eigentlichen Habitat generell kein potentielles Futter für Geckos dar?

27.02.2019 23:54
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Maelzi
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Beitrag: #2
RE: Kleine Frösche als Geckofutter?

Ein Bekannter hatte lange Zeit Phelsuma klemmeri mit R. Imitator ohne Probleme zusammen gehalten.


Gruß Frank
(Rhein-Kreis Neuss)
28.02.2019 14:08
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Tropenzimmer.eu
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Beitrag: #3
RE: Kleine Frösche als Geckofutter?

Meine Epipedobates anthobyi springen den Anolis carolinensis ganz gerne vor der Nase rum. Genauso haben junge Phyllobates bicolor schon ihren Weg in höhere Lagen im Terrarium gefunden. Ich konnte bis heute nie feststellen, dass seitens der Anolis irgendein Jagdinstinkt aktiv wurde, dabei macht vor allem das Männchen selbst mit ausgewachsenen Grillen kurzen Prozess. Das liegt mit großer Wahrscheinlichkeit auch an der Färbung, Signalwirkung gibt es überall im Tierreich. Knallige Farben bedeuten häufig "du frisst mich nur einmal".

Umgekehrt habe ich adulte Phyllobates bicolor schon gesehen wie sie aktiv frisch geschlüpften Anolis nachstellten.

11.03.2019 22:17
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Rheobates
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Beitrag: #4
RE: Kleine Frösche als Geckofutter?

Maelzi schrieb:
Ein Bekannter hatte lange Zeit Phelsuma klemmeri mit R. Imitator ohne Probleme zusammen gehalten.


Wobei Klemmeris ja noch zu den kleineren Phelsumen zählen. So ein pasteuri beispielsweise wird gerne mal 3cm länger, was dem doppelten der Körperlänge des Frosches entspricht..


Tropenzimmer.eu schrieb:
Meine Epipedobates anthobyi springen den Anolis carolinensis ganz gerne vor der Nase rum. Genauso haben junge Phyllobates bicolor schon ihren Weg in höhere Lagen im Terrarium gefunden. Ich konnte bis heute nie feststellen, dass seitens der Anolis irgendein Jagdinstinkt aktiv wurde, dabei macht vor allem das Männchen selbst mit ausgewachsenen Grillen kurzen Prozess. Das liegt mit großer Wahrscheinlichkeit auch an der Färbung, Signalwirkung gibt es überall im Tierreich. Knallige Farben bedeuten häufig "du frisst mich nur einmal".

Umgekehrt habe ich adulte Phyllobates bicolor schon gesehen wie sie aktiv frisch geschlüpften Anolis nachstellten.


A. carolinensis haben natürlich eine stattliche Größe. Die Frage ist, ob man das Verhalten von Anolis problemlos auf das von Phelsumen übertragen kann.

Wie groß waren die P. bicolor Jungtiere? In dem Becken waren wirklich sehr kleine Ranitomeya (wahrscheinlich R. reticulata).

17.03.2019 12:55
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Tropenzimmer.eu
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Beitrag: #5
RE: Kleine Frösche als Geckofutter?

Rheobates schrieb:
Wie groß waren die P. bicolor Jungtiere? In dem Becken waren wirklich sehr kleine Ranitomeya (wahrscheinlich R. reticulata).


Grüß Dich,

es waren Jungtiere die erst wenige Tage an Land waren und sich nach oben über die feuchten Moospolster gearbeitet hatten.

Gruß

17.03.2019 14:44
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Rheobates
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Beitrag: #6
RE: Kleine Frösche als Geckofutter?

Tropenzimmer.eu schrieb:

Rheobates schrieb:
Wie groß waren die P. bicolor Jungtiere? In dem Becken waren wirklich sehr kleine Ranitomeya (wahrscheinlich R. reticulata).


Grüß Dich,

es waren Jungtiere die erst wenige Tage an Land waren und sich nach oben über die feuchten Moospolster gearbeitet hatten.

Gruß



Würdest du pauschal sagen, dass Geckos/Anolis selbst kleine Pfeilgiftfrösche im Normalfall nicht als potentielle Nahrung ansehen?

17.03.2019 22:57
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Tropenzimmer.eu
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Beitrag: #7
RE: Kleine Frösche als Geckofutter?

Rheobates schrieb:
Würdest du pauschal sagen, dass Geckos/Anolis selbst kleine Pfeilgiftfrösche im Normalfall nicht als potentielle Nahrung ansehen?


Grüße Dich,

betreffend der Natur ist nichts zu pauschalisieren. Nur weil es die eine Art einer Gattung nicht tut, sollte das nicht auf eine andere Art schließen lassen. Dazu kommt es auch auf den Frosch an. Ich habe mir sagen lassen, dass größere Phelsumenarten bereits Interesse an frischen Landgängern von Laubfröschen und Unken gezeigt haben. Der visuelle Warneffekt spielt hier eine große Rolle. Meine Hemidactylus triedrus würden dagegen mit allem, was ins Maul passt, kurzen Prozess machen. Umgekehrt sollte man das Revierverhalten von Fröschen nicht unterschätzen. In der Anlage eines Freundes, wenn auch schon einige Jahre her, konnte ich ein Oophaga pumilio Weibchen beobachten, wie es einen ausgewachsenen Phelsuma grandis Männchen von seiner Bromelie verscheuchte. Allen voran Oophaga habe ich als sehr wehrhaft und territorial kennen gelernt. Meine damaligen Ranitomeya flavovittata waren innerartlich sehr ruhig, gingen aber recht aggressiv vor wenn vom Nachbarterrarium ein Frosch an den verbliebenen 5cm Scheibe der Seitenwand auftauchte.

18.03.2019 15:36
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roger71
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Beitrag: #8
RE: Kleine Frösche als Geckofutter?

Das Thema ist nicht einfach. Zur Vergesellschaftung kann es kaum pauschale Erkenntnisse geben. Der eine Gecko frist liebend gerne Guppys aus dem Wasserteil, die anderen 99 von 100 wissen mit Fisch nichts anzufangen.

Falls es die klimatischen Bedingungen zulassen, und das ist in einem 50er Würfel nicht der Fall, kann man es versuchen Phelsumen und PGF zu vergesellschaften. Für die Frösche ist eine LF von permanent mehr als 75 % erforderlich, während Phelsumen in der Natur eher trocken bei 40 bis 60 % leben. Je nach Art gibt es Präferenzen für feuchte Regenwälder (z.B. P.quadriocellata).

Die Farbgebung der Frösche und auch deren Größe scheint ein Rolle zu spielen. P. grandis schaut nach Allem was sich im Unterholz bewegt. D. tinctorius azureus (allerdings ausgewachsen) wurden ignoriert. Am Morgen, wo sich die Frösche auch im oberen Drittel des Terrariums auf Ästen und Pflanzen bewegten, macht der große Grandis Platz. Bei Jungtieren würde ich dies nicht garantieren. Weniger farbige Frösche, wie Phyllobates vittatus, nimmt P. grandis als willkommene Mahlzeit.

Ich möchte nicht ausschließen, dass ein P. grandis, der erfolgreich einen giftig aussehenden Frosch verspeist hat, wie unser Fischfresser, regelmäßig nach Fröschen sucht.

Es gibt hier kein Patentrezept, probieren geht über studieren. Und nach vielen vielen Jahren problemloser gemeinsamer Haltung fehlen dann plötzlich Fröchchen. Nicht etwa, dass sie verspeist wurden, aber die auf Dauer ansteigende Keimbelastung im Terrarium haben sie nicht mehr verkraftet, während die Echse im trockeneren Bereich noch lebt.

Vergesellschaftung sind interessant. Für jemanden, der die Arten einzeln hält und züchtet, deren Lebensbedingungen und Verhalten kennt, kann durchaus eine Vergesellschaftung reizbar und einen Versuch wert sein.

Ohne Erfahrung werden die Tiere (zumindest eine Art davon) früher oder später eingehen, da klimatische Bedingungen oder die unzureichende Futterversorgung den Organismus, mehr als nötig, belasten

Viele Grüße Roger


http://www.tropenfrosch.info
07.04.2019 23:36
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