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Farbmorphen von Oophaga pumilio
fish
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Beitrag: #1
Farbmorphen von Oophaga pumilio

Hallo liebe Froschgemeinde,

ich bin derzeit dabei mir Themen für eine Promotinsarbeit zu überlegen und kam dabei (natürlich) nicht an unseren Lieblingen vorbei. Nach ein wenig Recherche kristallisieren sich langsam mögliche Themen für selbige heraus und daher muss ich mir gaaanz langsam Gedanken machen, welche Froschart(en) geeignete Kandidaten wären.

Daher meine Frage an euch:
Welche O. pumilio Lokalformen sind in (ziemlich) reinen Stämmen in Deutschland/Europa wohl zu erhalten? Für die Arbeit bräuchte ich (soweit bisher geplant) von mehreren Lokalformen mit möglichst unterschiedlichem Erscheinungsbild (also z.B. Colón, Cristóbal, Solarte,...) mehrere Adulte Paare (am besten bereits mit erfolgreichen Gelegen). Es geht (im ganz kurzen) um Kreuzungsexperimente um die Vererbung der aposematischen Färbung zu klären.

Gruß
Ralf[/i]

15.01.2012 11:47
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DoWnUnDeR
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Beitrag: #2
RE: Farbmorphen von Oophaga pumilio

Zitat:
Kreuzungsexperimente

Habe ich dich richtig verstanden, du suchst adulte Paare und willst sie miteinander kreuzen?

also praktisch nicht theoretisch?


MfG Andreas Smile
http://downunders-hobby-froesche.com/
Erfahrung ist eine gute Sache. Leider macht man sie erst
nachdem man sie gebraucht hätte.
15.01.2012 11:54
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fish
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Beitrag: #3
RE: Farbmorphen von Oophaga pumilio

Ja, also im Grunde werden lokale Morphen gemischt. Ich weiß, dass das nicht gerne gehört wird (was ich gut verstehen kann) und die Nachkommen sind auch nicht zur Weiterzucht bestimmt, aber anders lässt sich die Geschichte eben nicht angehen.

Gruß

15.01.2012 12:05
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Dude
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Beitrag: #4
RE: Farbmorphen von Oophaga pumilio

Wie wäre es mit schlangen da sind doch farbmorphe normal


Mfg Thomas


Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das, was die Dummen wollen.



15.01.2012 12:11
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fish
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Beitrag: #5
RE: Farbmorphen von Oophaga pumilio

Nun ja, der O. pumilio wurde nicht ohne Grund ausgewählt. Die Art ist ein hervorragendes Beispiel für angehende Artbildung. Innerhalb der letzten 6000 Jahre hat sich auf dem Bocas del Toro Archipel vor Panama eine erstaunliche Farbvielfalt zwischen den Populationen einer einzigen Art entwickelt. Zugrunde liegen müssen dabei starke evolutionäre Mechanismen (Sexuelle Selektion, Drift, nat. selektion), die einige Forscher schon seit Jahrzehnten nach und nach Entschlüsseln um zu verstehen, wie die Artaufspaltung in vergleichbaren Arten ablaufen kann. Bei Schlangen (kenne mich hauptsächlich bei Boas aus) gibt es das in Abgeschwächter Form auch (z.B. Belize-Imperatoren), aber hier sind die Mechanismen nicht so stark ausgeprägt und die Farbmorphenzucht ist meiner Meinung nach auch bei Schlangen ein unglücklicher Trend.
Verglichen soll bei der Studie zum Beispiel auch die "viability", also Überlebensrate von Kreuzungen zu Reinnachzuchten, wodurch wiederum ein Separationsmechanismus erklärt werden könnte.

Gruß

15.01.2012 12:24
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Bing
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Beitrag: #6
RE: Farbmorphen von Oophaga pumilio

Hi

Soweit ich das mitbekommen habe , entwickeln sich die Frösche so verschieden , da sie in ihren Habitaten isoliert sind von den anderen Varianten . Daher versteh ich den Ansatz nicht , warum man sie nun kreuzen sollte . Ob die Isolation nun wirklich der Ausschlaggebende Punkt ist , wäre natürlich sehr interresant. Aber ein cristobal wird sich ja nie , mit einem salt creek kreuzen können in der Natur.
Und dann ist noch die Frage , ob die Pumilios alle richtig bestimmt sind , da fallen immer mal welche weg , weil andere Toxine entdeckt werden , zB der escudo ist ja auch kein Pumilio mehr.

Was mich schon immer brennent interresiert , ist die Variante bastimentos , die kommen im selben Habitat in vielen verschiedenen Farben vor . Ich habe auch schon Leute kennen gelernt , die 2 verschiedene Farbvarianten davon zusammen halten , leider habe ich zur Zeit keinen kontackt zu denen ,ich könnte aber mal nachfragen , ob sich was ergeben hat . Und ich würde gerne wissen was die Froschler allgemein davon halten 2 Farbformen von Bastiomentos zu kreuzen ?


mfG
Frank

15.01.2012 12:32
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fish
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Beitrag: #7
RE: Farbmorphen von Oophaga pumilio

Hi Bing,
die Habitatisolation ist einer der Mechanismen, die zu der starken Farbaufspaltung geführt haben. Allerdings erklärt er alleine nicht die überproportional stark veränderten Farben im Vergleich zum Beispiel zum praktisch identischen Ruf der verschiedenen Lokalformen. Bei einem solchen Kreuzungsexperiment geht es nicht darum ein aktuelles natürliches Szenario zu simulieren. Vielmehr geht es zum einen darum zu klären, ob die Art O. pumilio tatsächlich eine "Art" (wie bisher angenommen) ist und zum anderen die Vererbung von Färbung und Mustern zu entschlüsseln. Bisher gibt es gegensätzliche Aussagen über die Vererbung der Färbung (single locus (dominant/rezessiv/fakultativ) vs. polyloci) da derzeit noch keine umfassende Studie durchgeführt wurde.

Letztlich geht es unter anderem darum herauszufinden, warum (die du geschrieben hast Bing) teilweise ohne räumliche Isolation neue Farbmorphen entstehen können. Natürlich wäre der Ansatz den ich verfolge dafür nur als Zuarbeit zu verstehen, allerdings würde eine niedrigere Vitalität der Hybride im Vergleich zu Farbtreuen Nachkommen einen Erklärungsansatz dieser Aufspaltung liefern.

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.01.2012 12:48 von fish.

15.01.2012 12:42
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Dude
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Beitrag: #8
RE: Farbmorphen von Oophaga pumilio

ich verstehe den Ansatz bzw den Sinn dieser "Arbeit" nicht
warum nachkommen züchten die wie du schon erwähnt hast vielleicht eine niedrigere Vitalität besitzen und in der freien Natur eine niedrige bis keine Überlebenschance besitzen und was der Ruf der kleinen angeht ich finde schon das sie sich alle unterschiedlich anhören
wenn du schon Kreuzungen der einzelnen arten untersuchen willst dann bitte in der freien Natur da könnte man es als evolutionärer schritt bezeichen in einem Glaskasten ist das in meinen Augen nichts anderes als unnatürliche farbzucht


Mfg Thomas


Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das, was die Dummen wollen.



15.01.2012 13:34
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fish
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Beitrag: #9
RE: Farbmorphen von Oophaga pumilio

Hallo Thomas,
Bei der Kreuzung von Morphen geht es darum, wie sich nach "Farbe" und "Muster" vererben. Ein Beispiel (aus einem Paper): "Bocas Island"(gelb, tupfen) x "Nancy Cay"(rot, weißer Bauch)= orange mit Tupfen. Daraus deutet sich an, dass die "Farbe" eine Mischung der Eltern ist (also polyloci gesteuert ist), während die Tupfen möglicherweise nur von einem Elterntier übernommen werden (also single-locus gesteuert sind). Genau um solche "Vererbungsgesetze" in Farbe und Muster geht es. Die Annahme der niedrigeren Vitalität ist nur eine Hypothese. Genausogut kann die Vitalität der Hybride erhöht sen (sogar häufiger der Fall, z.B. "Hybrid vigor"), was bedeuten würde, dass eine Farbaufspaltung noch unerklärlicher wäre. Es geht nicht darum evolutionäre Schritte zu simulieren um irgendetwas neues zu basteln, sondern die momentanen nachvollziehen zu können.

15.01.2012 13:53
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chucky77
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Beitrag: #10
RE: Farbmorphen von Oophaga pumilio

Hallo Ralf,

was passiert denn mit den "unsauberen" Nachzuchten, sollten sie Überleben? Wir reden hier ja anscheinend über eine nicht zu geringe Anzahl von Tieren...

Die Rufe der einzelnen Morphen unterscheiden sich sehr wohl. Im Prinzip haben alle vergleichbare Intervalle, allerdings finde ich die Frequenz abweichend. Ein Salt Creek ruft bei mir heller (höher) als etwa der Bribri. Ich denke, es ist abhängig von der Körpergröße, Cauchero, Esperanza und Cristobal sind nahezu identisch. Salt Creek ruft heller, Bribri und Almirante tiefer. Ob es am unterschiedlich großen Klangvolumen liegt? Keine Ahnung...

Die Escudos unterscheiden sich dann nochmal im Intervall und in der Frquenz, aber die zählen ja eh nicht zu den Pumis. Wie eine Stichsäge, der Pumi rattert auf Stufe 3, der Escudo kreischt auf Stufe 6... Wink

Sonst hört sich das Thema interessant an, mich würde aber die hohe Anzahl der im Prinzip unbrauchbaren NZ abhalten. Derartige Experimente an bedrohten Tieren?! Naja, das muss leider jeder für sich entscheiden...

Gruß Markus

15.01.2012 14:01
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