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Chytrid: Thema in der aktuellen GEO
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ctenopoma
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RE: Chytrid: Thema in der aktuellen GEO
Hallo!
Chloramphenicol hat man schon öfters diskutiert.
Das Problem ist nur, daß das Medikament nicht ganz ungefährlich ist.
Als Nebenwirkungen werden Knochenmarksschädigungen, neurotoxische Schädigungen und Allergien, bzw. Herxheimer Reaktion beschrieben.
Zudem hat es eine sehr geringe therapeutische Breite und bei den kleinen Fröschen die entsprechende Dosierung rauszukriegen wird schwer.
Deswegen dürfte es als Therapeutikum eher nachteilig sein, vorrangig eher hier Itraconazol mit der größeren therapeutischen Breite oder eben andere Möglichkeiten wie die o.g.
Gruß
Ctenopoma
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| 28.07.2010 19:02 |
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Guido
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RE: Chytrid: Thema in der aktuellen GEO
@Ctenopoma
„Zudem hat es eine sehr geringe therapeutische Breite …“
Das ist ja das seltsame, hier wirkt ein Antibiotikum als Fungizid gegen einen Pilz… und zwar nachgewiesener Weise ziemlich gut - sprich tödlich für Chytrid nicht bloss hemmend.
Nebenwirkungen scheint es bei dieser Dosierung nicht zugeben.
Hier noch das Protokoll und Dosierung, wie behandelt wurde:
A protocol for treating chytrid (Batrachochytrium
dendrobatidis) -infected frogs
http://www.nzfrogs.org/site/nzfrog/files...otocol.pdf
Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.07.2010 14:14 von Guido.
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| 29.07.2010 03:08 |
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ctenopoma
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RE: Chytrid: Thema in der aktuellen GEO
Hallo Guido!
Therapeutische Breite hat nichts mit dem Wirkungsspektrum zu tun.
Das Wirkungsspektrum von verschiedenen Antibiotika kann auch Parasiten/Pilze einschliessen, das ist nichts Neues.
Die therapeutische Breite jedoch bedeutet, wie "sicher" ein Medikamnet ist, also wie hoch ich es dosieren kann, bis es giftig wird. Je geringer die therapeutische Breite, umso näher liegen wirksame und toxische Dosis zusammen umso "unsicherer" ist das Medikament.
Die Dosis, die in dem Protokoll verwendet wird, ist nicht so hoch. Aber, und das ist es, was Chloramphenicol gefährlich macht, es hat Langzeitschäden (auch wenns ein gutes Antibiotikum ist!).
Die Frage hier ist wirklich, ob ich mit der Heilung des Frosches nicht einen langfristigen Schaden riskiere.
Ich muss mir das Paper nochmal genau durchlesen, bin etwas in Eile.
Gruß
Ctenopoma
PS: Ich weiß, jedes Medikament hat seine Seiten, Chloramphenicol ist aber das von den genannten wohl "gefährlichste"! Deswegen mein Einwand. Wenn nachgewiesen ist, daß keine Langzeitschäden auftreten (wobei das für Frösche ja nicht untersucht ist, ob die überhaupt auftreten) dann wäre mir auch das Medikament recht 
PPS: Manche Begriffe sind bewusst eingeklammert, weil man nicht von "sicher" oder "unsicher" als solches sprechen kann.
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| 29.07.2010 18:01 |
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Guido
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RE: Chytrid: Thema in der aktuellen GEO
Hallo Ctenopoma,
"(es hat Langzeitschäden (auch wenns ein gutes Antibiotikum ist!)."
Das ist so nicht völlig korrekt:
Das Medikament hat anscheinend KEINE irreversiblen Langzeitschäden (Überdosierung/Leber), sondern löst bei einem GENDEFEKT des Menschen (den es bei Fröschen nicht geben muss) ein Knochenmarkversagen aus (laut Wiki 1:6.000 bis 1:36.000 Wahrscheinlichkeit), das ist dann allerdings irreversibel.
Die Forscher haben versucht durch eine 3 Monate Dauerbehandlung Langzeitschäden zu erzeugen - ohne Erfolg.
Für die Anwendung in den Biotopen/Freiland, ist dieses Mittel wohl auch nicht zu gebrauchen - für das Hobby könnte es eine (zumindest mal geprüfte) Lösung sein.
Falls es klappt oder nicht, bittet Phil Bishop ausdrücklich um eine E-Mail (im Protokoll).
Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.07.2010 15:06 von Guido.
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| 29.07.2010 20:25 |
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Albert D.
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RE: Chytrid: Thema in der aktuellen GEO
Die ausführliche Arbeit habe ich gefunden :
http://www.nature.com/ismej/journal/v3/n...0927a.html
Habe leider immer noch nicht den Link über die amerik.Forschungsstation in Ecuador finden können, wo infizierte Dendrobaten mit J. lividum behandelt werden.
Irgendwann stolpere ich wieder drauf.
Am Donnerstag hatte ich ein Gespräch mit einem Bakteriologen, der mich 2 Stunden mit Infos über Gefahren bei Einsatz von Breitbandmitteln zuschüttete.
Nicht nur, das auch wichtige Mikroorganismen für den Organismus mit zum Absterben kommen, und das Individium weiter schwächen, auch Resistenz bildet sich in kurzer Zeit heraus.
Von Mischungstoxizität, die noch nicht in Anfängen untersucht wurde, ganz zu schweigen.
Habe noch das gefunden :
http://www.n-tv.de/wissen/Froesche-erlei...62932.html
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| 01.08.2010 10:52 |
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Markus E
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RE: Chytrid: Thema in der aktuellen GEO
Hi,
Als Nebenwirkungen werden Knochenmarksschädigungen, neurotoxische Schädigungen und Allergien, bzw. Herxheimer Reaktion beschrieben.
ich war bisher immer der Meinung das eine Herx nicht wirklich als Nebenwirkung zählt sondern eher als Reaktion des Körpers auf die Wirksamkeit eines Medikamentes anzusehen ist, da sie durch die durch das Medikament abgestorbenen Erreger ausgelöst wird.
Schönen Gruss
Markus
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| 01.08.2010 15:50 |
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Rindviech
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RE: Chytrid: Thema in der aktuellen GEO
"(es hat Langzeitschäden (auch wenns ein gutes Antibiotikum ist!)."
Das ist so nicht völlig korrekt:
Das Medikament hat anscheinend KEINE irreversiblen Langzeitschäden (Überdosierung/Leber), sondern löst bei einem GENDEFEKT des Menschen (den es bei Fröschen nicht geben muss) ein Knochenmarkversagen aus (laut Wiki 1:6.000 bis 1:36.000 Wahrscheinlichkeit), das ist dann allerdings irreversibel.
Die Forscher haben versucht durch eine 3 Monate Dauerbehandlung Langzeitschäden zu erzeugen - ohne Erfolg.
Für die Anwendung in den Biotopen/Freiland, ist dieses Mittel wohl auch nicht zu gebrauchen - für das Hobby könnte es eine (zumindest mal geprüfte) Lösung sein.
Falls es klappt oder nicht, bittet Phil Bishop ausdrücklich um eine E-Mail (im Protokoll).
Dieses Mittel ist überhaupt keine Lösung soweit ich weiss handelt es sich dabei um ein Reserveantibiotikum (http://de.wikipedia.org/wiki/Reserveantibiotikum)
Dr. Mutschmann hat im Podcast ausgiebig auf die Gefahren eines Behandlungsnotstandes für die Tiermedizin hingewiesen (http://www.frogtalk.de/2009/10/04/erkran...tfroschen/)
Mit Itrakonazol gibt es ein wirksames Medikament gegen die Chytridkrankheit.
"Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles."
Béchamp
Schaust Du auch hier:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mediz...13,00.html
Im Ökosystem gibt es Störgrössen die nicht wegzudiskutieren sind: Erhöhte UVB Einstrahlung, verändertes Klima, Insektizide, Biotopzerstörung und massenweises Wegfangen (zeteki in el Valle) etc. die imo Chytrid erst zum Problem werden lassen. Auch dazu gibt es ausreichend Hinweise, das fängt bei der veränderten Zusammensetzung den Hautgifts und einer daraus resultierenden veränderten Mikrobenfauna auf der Haut an - geht über Populationen die weniger anfällig gegen Chytrid sind, weil sie UV wahrnehmen können und dazu fähig sind sich zu verstecken (pumis).
Grundsätzlich hat jedes Individuum immer die Tendenz zur Selbstheilung - Arten haben ausreichende genetische Möglichkeiten Wege aus Krankheiten zu finden (mir ist keine Art bekannt, ich hab aber auch nicht danach gesucht, die nachweislich von irgendeiner Mikrobe ausgerottet wurde). Man darf auch nicht vergessen, dass wir es der Pest (oder dem was man dafür hielt) zu verdanken haben dass 10% der Europäer resistent gegen das HI Virus sind und das 10% haben wir den mitteralterlichen Infektionskrankheiten zu verdanken. In Regionen der Erde in denen es Pest/Pocken/keine Ahnung nicht gab sind weitaus weniger Menschen resistent.
http://www.stern.de/wissen/natur/forschu...38102.html
Sicher werden Polulationen aussterben, sicher werden noch viele Individuen sterben - beim selten werden der Arten ist Chytrid eher Symptom als Ursache.
Es ist wenig erfolgversprechend, ein Mittel gegen Chytrid zu finden, weil man schlichtweg die Kohle, die dafür nötig ist nicht aufbringen wird.
Zum anderen ist der Pilz an sich noch sehr wenig erforscht (höre o.a. Podcast) man weiss noch nichtmal wie er selbst genau funktioniert noch weiss man genau wie und wann er krankmachend wirkt.
Deshalb im Hobby Qurantäne (das sortiert schon mal hoch infektiöse kranke Tiere, mit Sekundärerkrankungen wie Würmern etc. aus). Hin zur guten Ernährung das sorgt schon mal für bessere Möglichkeiten bei der Immunabwehr und hin zu optimierten Haltungsbedingungen das erledigt den Rest auch noch und damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass in den Terrarien Chytrid überhaupt ein Problem wird.
http://www.frogtalk.de
Gespräche über Pfeilgiftfrösche
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Ich weiss nix!
Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.08.2010 22:40 von Rindviech.
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| 01.08.2010 22:16 |
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Guido
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RE: Chytrid: Thema in der aktuellen GEO
@Rind
Es wird eben nicht als Antibiotikum verwendet, sondern als Fungizid, deshalb verfängt die Argumentaton Reverseantibiotikum nicht.
Auch beim Menschen ist es für Augen, Ohren, Haut als Antibiotikum noch zulässig.... nur wegen der Herxheimer Reaktion wird es in anderen Fällen nicht (mehr) verwendet.
Hatungsbedingungen scheiden als Argument bei der dritten behandelten Art (infizierte WF/Neuseeland) auch aus.
PS: Daß endimische Arten (nicht bloß Frösche) in diesem Teil der Welt besonders empfindlich auf Mitbringsel reagieren, macht die Forscher ja so glaubwürdig.
Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.08.2010 01:16 von Guido.
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| 02.08.2010 00:16 |
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Rindviech
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RE: Chytrid: Thema in der aktuellen GEO
Hatungsbedingungen scheiden als Argument bei der dritten behandelten Art (infizierte WF/Neuseeland) auch aus.
Klar auch die Natur hat suboptimale Haltungsbedingungen durch Klimaveränderung, Ozonloch, Schadstoffbelastung etc.
Bei einem Antibiotikum ist es Wurst ob es als Kloreiniger oder zur Bekämpfung bakterieller Infektionen benutzt wird - wird zu viel von dem Zeug benutzt und es noch falsch angewendet dann bilden sich eben resistente Stämme von Bakterien, gegen die das Antibiotikum nix mehr hilft - so doof wie man denkt sind Mikroben auch nun wieder nicht.
Aber warum hilft den nicht Itrakonazol?
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Ich weiss nix!
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| 02.08.2010 01:46 |
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Guido
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RE: Chytrid: Thema in der aktuellen GEO
@Rind
"Aber warum hilft den nicht Itrakonazol?"
Bisher habe ich das Glück gehabt von Cythrid verschont zu bleiben und zusätzliche Alternativen können nicht schaden.
Man müsste Phil mal fragen, denn auf Itrakonazol sind die bestimmt schon selbst gekommen (allerdings lesen sich die Neben/Wechselwirkungen des Mittel auch nicht gerade prickelnd http://medikamente.onmeda.de/Wirkstoffe/...nt-10.html ).
Mit guten Haltungsbedingen wird man dem Pilz allerdings nicht beikommen (kann nicht behaupten das heimische Grasfrösche gute Haltungsbedingungen hätten).
Was ich damit meine:
Trotz nicht guter, aber identischen Haltungsbedingungen (Ozonloch, Klimaerwärmung, ect. scheiden in Labor nun mal aus) infiziert sich im Experiment die eine Art zu 100% und die andere zu 60% - also gibt es da auch noch Unterschiede.
Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.08.2010 11:56 von Guido.
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| 02.08.2010 02:19 |
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