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1 Bewertungen - 5 im Durchschnitt   Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren
thomas.weissbach
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Beitrag: #1
Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Hallo Zusammen,
habe vor rund 3 Wochen 5 kleine Dendrobates leucomelas mit grünen Füssen (Cerro Autana) erworben.
Die Tiere wurden in ein Terrarium gesetzt, welches vorher nie benutzt wurde, das gesamte Material (Holz, Steine, Bodengrund) wurde vorher ausgekocht.

Nun musste ich feststellen, dass von den 5 Fröschchen 3 gestorben sind; Lage beim Sterben bzw. Tod siehe Foto.

Ich besitze seit Jahren keine Dendrobaten mehr (mein Bestand wurde damals vollständig durch bestätigte Chytridiomykose vernichtet, trotz Behandlung mit Itraconazol), alle Terrarien, Einrichtung und Geräte wurden damals vernichtet (der Verbrennung zugeführt). Ich war daher bei meinem Neustart extrem vorsichtig.

Für den Neuanfang habe ich mich entschieden, mit leucos zu starten; und aus negativer Erfahrung alle Inhalte des Terrariums abgekocht.

Ich möchte hiermit darauf aufmerksam machen, dass die beste Vorkehrung nicht vor Ausfällen schützt, wenn angekaufte Tiere infiziert sind (eine andere Infektionsquelle ist auszuschliessen).

Wer auch immer Leucos mit grünen Füssen gekauft hat oder züchtet siollte seinen Bestand dringend auf Chytrid testen lassen.

Damals startete ich eine thread mit dem Titel Chytrid Frei Zertifikat; ich fühle mich heute darin bestätigt, dass dies der einzige Weg sein kann, langfristig chytridfreie Bestände in unseren Terrarien erhalten zu können (unter der Voraussetzung, sich penibel an Quarantäne etc. zu halten).

So stirbt (m)ein Hobby noch bevor es richtig wiederbelebt werden konnte.

Thomas



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09.09.2010 19:05
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vampire
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Beiträge: 158
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Beitrag: #2
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Hallo Thomas,
ach du scheisse! Ich glaube ich würde heulen wenn mir so etwas passieren würde. Hast du die toten Leucos untersuchen lassen? Wie lange sagtest du als dein letzter Befall war? Kann es sein das du noch Sporen in der Wohnung hattest? Das tut mir total Leid. Mann kann nur jeden raten eine Quarantäne in einem separaten Zimmer zu betreiben. Alles andere ist rusisch Roulette!
Du solltest unbedingt den Züchter der Leucos informieren. Der muss seine Tiere untersuchen und ggf. behandeln. Wenn der das nicht machen sollte, ist es ratsam ihn öffentlich zu machen eh noch mehr infiziert werden...

lg Daniel


http://www.vampirefrogs.de

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.09.2010 19:44 von vampire.

09.09.2010 19:41
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thomas.weissbach
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Beitrag: #3
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Meine letzten Tiere hatte ich vor 2 Jahren; danach wurde alles vernichtet.
Der Neustart fand 1.5 Jahre nach dem Umzug statt; dieses Haus kannte nie Dendrobaten oder irgendwelche Amphibien als Haustiere...
Chytrid-Sporen sind empfindlich auf Trockenheit, Temperaturen über 30°C; allein aus dieser sicht ist eine kommen Sporen nicht in Frage.

Den Namen des Verkäufers könnte ich schon nennen; er hat die Tiere jedoch nicht selber gezüchtet, sondern nur als "gesund" vermittelt; den Züchter kenne ich leider nicht; aber ich ich nehme an, dass "Cerro Autana" Tiere im 2010 auch hier im Forum angeboten wurden.

Vielleicht kommt unsere Gemeinde dennoch einmal auf den Punkt und lässt sich zu einem Chytrid Frei Zertifikat bewegen; bevor alle Terrarienbestände mit Chytrid infiziert sind.

Selbst wer heute kein Chytrid in seinem Bestand hat, kann nicht sicher sein, dass dies immer so bleiben wird; trotz grosser Sorgfalt besteht das Risiko sich Chytrid einzuschleppen mit jedem Tausch oder Neukauf, und selbst beste Quarantäne ist beim kleinsten Fehler unwirksam.

Thomas

09.09.2010 20:06
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ctenopoma
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Bewertung: 0
Beitrag: #4
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Hallo Thomas!

Das ist sehr schade, daß Dein Hobby schon wieder aufgehört hat.
Vielleicht wagst Du ja irgendwann nochmal einen Neuanfang?
Wie alt waren denn die Tiere? Der auf dem Foto erscheint so klein und unproportioniert. Wobei ich letzteres als Zeichen einer längeren Krankheit ansehe.
Zu dem Chytridfrei-Zertifikat hatte ich ja damals schon was geschrieben.
Die momentane allgemeine Meinung ist ja die, daß Chytrid ja schon in vielen Terrarien Einzug gehalten hat, die Tiere dennoch gesund sind. Genau weiß das ja auch keiner.
Nur durch Stress (Umsetzen; Temperatur, Verkauf, Börse etc.) bricht er aus, was bei Dir ja auch der Fall sein konnte.
Deswegen muss der Verkäufer nicht zwingend wissentlich die Tiere als krank verkauft haben bzw. kann nach wie vor sichtlich gesunde Tiere verkaufen.
Meine Frage wäre noch, hast Du die Tiere obduzieren lassen und wenn ja, was stand dabei?
In letzter Zeit fiel mir auf, daß oft in den Befunden Chytrid positiv ist, oft als Nebendiagnose betitelt und selbst nach 2-3 Jahren keine weiteren Tiere erkrankten oder starben.
Aber das sind sicherlich alles Mutmaßungen, die Dir auch nicht weiterhelfen.

Viele Grüße!

Ctenopoma

09.09.2010 20:20
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knabber0815
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Beitrag: #5
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Befund?

Das was immer wieder zu lesen und zu hören ist, das die Mykose eine Begleiterscheinung ist und nicht unbedingt der alleinige Auslöser. Wäre daher interessant was noch so zu finden war.

So wie sich das anhört wurden die Tiere auch durchgeschleust - schwerlich zu definieren wo nun der Ursprung für eine Erkrankung liegt, beim Züchter, bei dem wo sie danach sassen oder... Sicherlich bekommt es keinem Tier gut mehrfach den Mikrokosmoss zu wechseln.

Mich würde auch die Einlaufzeit interessieren - ein komplett steril eingerichtetes Terrarium benötigt sicherlich länger ein geeignetes Gleichgewicht zu schaffen.
Wie kannst du das einschleppen von Erregern über Pflanzen, oder erworbene Futtertieransätze ausschliessen?

nur so meine Gedanken zu dem wieder aufpoppenden Schwarzweisszüchterklassifizerungswunsch
Dirk < der die leucos weder gezüchtet hat noch sie zwischengehältert oder wiederverkauft hat noch weiss wer denn das nun getan hat und es auch nicht wissen will


Man möge es kaum glauben, aber selbst zum vorausschauenden Fahren ist der Blick durch den Rückspiegel oftmals hilfreich

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.09.2010 20:26 von knabber0815.

09.09.2010 20:25
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Rindviech
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Beitrag: #6
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Chytrid frei? Wie soll das denn gehen?
Thomas Du hättest vom Verkäufer auf eine PCR bestehen können, obwohl das auch kein Negativ nachweis ist.
Zu was also ein Zertifikat?


http://www.frogtalk.de
Gespräche über Pfeilgiftfrösche
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Ich weiss nix!
09.09.2010 20:59
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thomas.weissbach
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Beitrag: #7
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

das Terrarium war pflanzenfrei; der gesamte Inhalt war abgekocht; und nicht eingefahren.
Drosophilas hatte ich ursprünglich von einem regionalen Züchter, der selber keine Frösche hält, die verfütterten Tiere sind jedoch Eigenzucht.

Der definitive Befund steht noch aus, aber aus schmerzlicher Erfahrung (nach dem Verlust von rund 40 adulten Tinctorius in 9 Varianten vor 2 Jahren ) bin ich sicher, Chytrid als Mit-Ursache eingrenzen zu können; das Bild zeigt eines der toten Tiere; dies ist die typische Haltung eines durch Chytrid verstorbenen bzw. sterbenden Frosches, auch die sichtbare Abmagerung passt ins Bild.
Das tote Tier ist auf dem Weg zu Mutschmann.
Dass neben Chytrid noch andere Mitursachen gefunden werden können, ist durchaus möglich.

Aus meiner Sicht müsste es unser aller Ziel sein, Tierbestände gesund zu halten bzw. zu bekommen.
Andrereseits ist eine krankheitserregerfreie Froschlinie (bei Nutztieren spricht man von SPF; spezifisch pathogen frei) bedeutend schwieriger zu ereichen (und sicherlich biologisch nicht sinnvoll, wenn nicht gar schädlich) als eine chytridfreie.
Chytridiomykose, welche durch einen simplen Abstrich der Haut und anschliessendes PCR auch bei äusserlich gesund aussehenden Tieren gefunden werden kann; hingegen könnte dadurch einfach eingedämmt und langfristig ausgemerzt werden. Totale Sicherheit gibt es jedoch nicht, das ist klar.

Aber wie gesagt; mein Hobby (bzw. der Neustart) hat sich durch den Kauf der Tiere bereits wieder erledigt.

Wenn es irgendwo Dendrobatenzüchter geben sollte, die bewusst chytridfrei züchten, wäre ich um einen Kontakt froh (e-mail oder pn).
Ich möchte gerne neu starten, bin jedoch nicht mehr daran interessiert, weitere Tiere für die Kremation oder als Untersuchungsobjekte für irgendwelche Laborantorien zu beschaffen, welche PCR's auf Chytridiomykose machen und dabei einem Züchter oder Zwischenhändler 100CHF/infiziertes Tier in die Tasche zu stecken....

Ich habe fertig.

09.09.2010 21:16
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knabber0815
Stammtischorga
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Beiträge: 1.410
Gruppe: Stammtischorga
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Status: Offline
Beitrag: #8
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Ich bleib dabei, ich halte eine solche Idee für ausgemachten Schmarrn - nicht mehr als tauglich für die 1 April ausgabe eines Dendrobatidenmagazines.
Ich würde auch solchen fernbleiben die sich auf die Fahnen schreiben 100% C-frei zu sein, absolut wurmfreie Frösche ohne jegliches gesundheitsrisiko für eben jene oder bestehende Tiere - das sind für mich nix andres als Knöppdreher und etwas für die Sendung von Eduard Zimmermann.
Jeder Seriöse vermehrer unserer Pfleglinge wird nie irgendwas ausschliessen, zumindest mal nicht jene mit denen ich in Kontakt stehe und die dies schon seit Jahren praktizieren. Ich behaupte das selbst wenn die Tiere von einem TA linksgemacht werden bevor sie in einen Bestand wandern immer etwas übersehen werden kann.

Es tut mir leid für den frustrierenden Wiedereinstieg. Dennoch ein wenig mal auf eigene Parameter achten kann sicher nicht schaden. Wenn ich als gebranntes Kind Frösche übernehme die wieder über Ecken zu mir kamen, sorry, dann muss ich damit rechnen.

Zudem halte ich persönlich diesen Sterilitätswahn als vollkommen kontraproduktiv.

schöne Grüsse
Dirk


Man möge es kaum glauben, aber selbst zum vorausschauenden Fahren ist der Blick durch den Rückspiegel oftmals hilfreich
09.09.2010 21:37
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Derrick4u
Unregistered


Beitrag: #9
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Ich denke hier sind viele unglückliche Zusammenhänge zusammengetroffen, die die Tiere so geschwächt haben, dass sie einfach daran gestorben sind. sie es jetzt mit oder ohne Pilz.

Was ich mich Frage ist ob nicht eventuell auch Fehler in der Haltung zu suchen sind. So richtig Seuchenartig verläuft Chytrid bei den wenigsten, es scheint mehr eine Zusatzerkrankung zu sein, da oft als Nebenbefund.

Chytridfrei wird so gut wie unmöglich mit der derzeitigen Diagnostik.

09.09.2010 21:55
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thomas.weissbach
Unregistered


Beitrag: #10
RE: Chytrid... bei Neuanfang nach Jahren

Meine Gedanken werden bei denjenigen sein, welche den bedauerlichen Text "Chytrid" in weiteren Threads im Forum ablegen werden.

Ich behaupte nicht, bei meinem Kauf und der anschliessenden Hälterung optimal gehandelt zu haben, Tiere die den Pilz in sich tragen sind jedoch in jedem Falle ein -zumindest potentielles- Risiko für die eigenen Bestände und diejenigen, an welche Nachzuchten abgegeben werden.

Zu Tieren über Umwege/Zwischenlösungen beschaffen kann ich nur sagen, dass in der Schweiz aufgrund von Grenzen zur EU und dazu gehörender Kontrollen Tiere immer erst über mindestens eine Zwischenstelle (den importierenden) an die Masse kommen.

Innerhalb der EU können die Tiere grenzüberschreitend gehandelt werden, wir "armen Schweizer" sind leider von diesem Privileg ausgenommen; es wird also bei legalen Tieren immer eine Stelle geben, welche sich um den Import gekümmert hat (ausser jemand holt sich seine Tiere illegal in die Schweiz und umgeht damit den Grenztierarzt).

2008 wurde von Schweizern auch in diesem Forum ein Aufruf gemacht, welche Züchter bereit wären, für Ihre Tiere Cites-Ausfuhrpapiere zu beschaffen, damit mal ein Satz verschiedener Gattungen und Arten legal in die Schweiz geaschafft werden kann; der Rücklauf an anbietenden Züchtern lag bei Null.

Totale Sicherheit bezüglich Chytrid kann und wird es nicht geben.
Keine Frage, auch ich bin kein Träumer, aber die Bereitschaft, etwas zur Eindämmung der Verbreitung des Pilzes in unseren Terrarien unternehmen zu wollen (nicht nur durch Quarantäne, sondern durch gezielte Ausmerzung oder Nicht-Verbreitung betroffener Bestäne) sollte bei allen liegen.


Wer wäre denn bereit, Dendrobaten mit dem enstprechenden PCR Resultat (PCR 25Euro, kann über mehrere Tiere aus dem selben Becken entnommen werden, da alle Körperkontakt hatten) für exakt die angebotenen Tiere, und für uns Schweizer die dazu gehörende Cites Ausfuhrgenehmigung anzubieten (Cites 50 Euro für ca. 20 Tiere einer Gattung und Art).
Beim innerdeutschen Verkauf kämen rund 1-2 Euro pro Tier (je nach Anzahl) fürs PCR auf den Kaufpreisdies, für legal importierte Tiere in der Schweiz würde pro Tier ein Preisaufschlag beim Ankauf von rund 4 Euro hinzu kommen; im Vergleich zum Blindkauf mit 100% Verlust bei Chytrid sicherlich eine interessante Alternative?!
Wenn dies durchgehend so gehandhabt werden könnte, dann sänke bestimmt insgesamt auch das Risiko, versteckt-positive Tiere zu erhalten (jeder bekannte Fall müste dann umgehend ausgemerzt oder bis zum Negativbefund behandelt werden).


Vielleicht bin ich auch einfach zu naiv (als ursprünglicher Biologielaborant bez. Infektionskrankheiten sicherlich nicht) und zu idealistisch (an den paar Euro mehr pro Tier würde es zumindest mir nicht liegen, ein Bierchen weniger für etwas mehr Sicherheit; geiz ist geil mag bei Elektronikartikeln angebracht sein, bei Lebewesen nicht).

Thomas

der sich in Zukunft wohl wieder mehr um seine Rochen, Leguane, Hund, Kind und Frau als um krank gekaufte Dendrobaten kümmern wird, obwohl er früher über 10 Jahre erfolgreich Dendrobaten pflegte.

09.09.2010 22:07
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