Meine Eindrücke heute:
Die Froschbörse heute war die erste Terraristik-Messe/Börse, die ich besucht habe, ich habe also keine Vergleiche.
Ich kam ein wenig verfrüht mit dem Zug an und konnte die Stadthalle schnell finden.
Vor dem Eingang hatten sich bereits einzelne Grüppchen gebildet, während im Hintergrund noch Aussteller am Reinbringen waren.
800 Meter und einen Kakao später war es dann endlich 10Uhr und die ersten bereits zwischen den Tischen unterwegs.
Ich hab mich ihnen angeschlossen und habe mich erst einmal grob orientiert, wo was verkauft wird.
Ein größerer Teil der Tische war allerdings leer und unbesetzt.
Später hat sich dann mein Verdacht bestätigt, das diese Tische "nur" Frösche anbieten, die erst ab 12 Uhr verkauft werden durften.
Einige Froschtische waren jedoch um 10 Uhr schon besetzt und man konnte Fotos von den mitgebrachten Tieren bewundern.
Hervorgetan hat sich bei mir ein Stand, bei dem von jedem mitgebrachten Jungtier ein Bild zu sehen war.
Andere Stände zeigten Bilder von Einzel-/ oder Elterntieren.
Hier und da fand ich auch die Möglichkeit, längere Gespräche über einzelne Froscharten und deren Besatzmöglichkeiten. Eine Züchterin fragte mich direkt, welche Froschart ich am liebsten in meinem 2m-Terrarium pflegen würde.
Ich hatte mich vorher auf O.Pumilio eingeschossen.
Sie berichtete mir von ihren O.Pumilio Solarte, die im Gewächshaus gezüchtet werden.
In einem Gewächshaus können bei ihr nur 3 Männchen untergebracht werden.
Bei mehr als 3 Männchen hatte sie starke - letztendlich auch tödliche - Kämpfe um eine einzelne Laichstelle.
1.1 oder 1.2 Pumilio schienen mir schließlich in dem Terrarium etwas fehl am Platz.
Die wären mehr etwas für den 55er-Würfel auf meinem Dachboden.
Ein anderer Anbieter, mit dem ich vorher schon Email-Kontakt hatte, hat mir viel über das Verhalten von Dendrobaten in der Gruppe (Besonders E.Anthonyi) erzählt.
Andere Anbieter erzählten über ihre mitgebrachten Tiere und deren Haltung.
Bei einem der angereisten Niederländischen Teams scheiterte meine Informationssammlung allerdings an der Sprachbarriere, die anderen waren offen für Fragen von allen Seiten und konnten diese auch gut und ausführlich beantworten.
Um 12 war ich in einem Seitenraum, wo sich 3 Tische mit Informationsblättern und Bildern zu mitgebrachten Tieren befanden. Ein Anbieter schaute auf die Uhr und meinte "Hey, es ist ja schon 12 Uhr".
Nun wurden praktisch auf die Sekunde genau überall die ersten Plastikdosen auf den Tisch geschoben.
Ich schaute mir die Tiere an den zwei Tischen vor mir an und ging dann weiter zum nächsten, wo ich schon garnicht mehr die Möglichkeit hatte, einen Frosch oder zumindest einen Teil des Tisches zu sehen.
Das setzte sich dann von Tisch zu Tisch fort. Bei jedem Tisch, zu dem ich mich durchgekämpft hatte, konnte ich einen Teil der Tiere sehen bis schließlich jemand Platz zu den anderen liess. Ich fand dieses Gedränge schon am dritten Stand sehr unangenehm, nachdem ich bei Peruvian-Frogimport einen anstrengenden Start hingelegt hatte.
Nach wohl einer halben Stunde "Kampf" hatte ich dann einen groben Überblick über das Angebot.
Meine Entscheidung, das Terrarium mit E.Anthonyi zu besetzen, habe ich schließlich in die Tat umgesetzt und 10 Tiere gekauft.
Ich habe die Frösche noch beim Züchter verstauen lassen um mich wieder ins Getümmel zu stürzen.
Ermutigt von den Erfahrungen und Erklärungen des Züchters habe ich beschlossen, die Anthonyi mit einer anderen Art zu Vergesellschaften.
Die Wahl schwankte zuletzt zwischen D.Tinctorius "Citronella" und D.Auratus.
Schließlich entschied ich mich nach einem längeren Gespräch bei den Leuten von Rana für 1.1 D.Auratus "El Cope".
Der jüngere der Anbieter hat mich eingehend über die Möglichkeit der Vergesellschaftung mit E.Anthonyi informiert.
Er hat das Risiko für mich einleuchtend mit Sätzen wie "Es kann funktionieren, es muss aber nicht. Die Chance das es funktioniert ist aber größer, da es ein ziemlich großes Terrarium ist."
Es hat privat auch Vergesellschaftungen, sagt aber, dass auch er einige male keinen Erfolg hatte.
Mit meinem 55er-Würfel auf dem Dachboden im Hinterkopf habe ich beschlossen, das Wagniss einzugehen, habe die Tiere zurück legen lassen, um Geld zu holen und kam schließlich nach einigen Irrwegen durch die Stadt wieder zu dem Stand.
Inzwischen hatte das Päärchen einen anderen Besitzer gefunden. Der Händler sagte mir, dass das wegen schlechter Erfahrungen so gehandhabt wird. Der Anbieter der Anthonyi hatte mir das selbe bereits per Mail mitgeteilt.
Ich fand es schade, aber auch verständlich.
Schließlich hat sich unter den 7 verbliebenen Exemplaren noch ein schickes Trio gefunden, dass ich dann auch direkt bezahlt und eingepackt habe.
Nun ging es, gestresst durch die Drängeleien, die immer energischer und teils sogar aggressiv wurden, auf direktem wege zu meinen Anthonyis. Wenige Minuten später waren wir schon wieder auf dem Weg zum Bahnhof.
Der Züchter, von dem meine Anthonyis sind, hatte für diese Tiere einen Holzkoffer aufgestellt. In der Klappe ein Foto eines Elterntiers mit Quappe, in dem Unterteil die vielen kleinen Becher.
Wenn man von den einzelnen Leucos absieht, war das die beste Lösung.
Ein solcher Aufbau ist für die Interessenten leicht einzusehen, durch das Foto ist direkt klar "da muss ich hin" und die Tiere sind durch den leichten Tiefgang des Koffers zumindest etwas geschützt von den Reizen der Umgebung.
Anbieter wie Peruvian-Frogimport bräuchte eine ganze Flotte solcher Holzkoffer, um das reichhaltige Angebot unterzubringen. Aber besser wie die 10cm-Abstände mit sich überlappenden Beschreibungs-Schildern wäre es allemal.
Ich denke es wäre zumindest sinnvoll, jedem Farbmorph oder zumindest jeder Art einen eigenen Bereich auf dem Tisch zu geben.
Ein halber Meter pro Morph/Art hätte gereicht.
Stattdessen standen Interessenten von Pumilio, Tricolor und Tinctorius ineinander verkeilt und drängten auf einen flüchtigen Blick auf die begehrten Tiere.
Viele Tiere waren bereits verkauft, bevor ich mich zu dem Stand durchgekämpft hatte.
Im Nachhinein denke ich, ich werde nicht wieder eine solche Messe besuchen.
Das eher geringe Risiko, bei einem Privathälter oder Züchter auf schlechte Tiere zu treffen, wiegt den Stress für Tier und Mensch (Mich) in meinen Augen nicht auf.
Die Informationen die ich in den Gesprächen vor 12 Uhr gesammelt habe, halte ich für sehr wertvoll.
Dafür bietet aber dieses Forum und andere Portale eine ebenso geeignete Plattform. Mit dem Vorteil, dass man nicht nur eine Meinung hört.
Besonders Einprägsam fand ich zwei Situationen, wo ich Verkäufer beobachten konnte, wie sie "schlechte Frösche" aussortierten. Einigen Tieren war der Stress zu viel gewesen, andere hatten sich vielleicht verletzt.
Die Preise waren im Schnitt die selben, die man auch auf Portalen wie dhd24.com, terraristik.com und dendrobase angeboten bekommt.
Wirklich günstig waren nur wenige Tiere.
Ein BriBri kostete beispielsweise 50€, die Tiere in den Dosen direkt daneben 20€ mehr, was mich davon abgehalten hat, mir das Tier genauer anzusehen.
Bei Peruvian-Frogimport waren die Preise 1zu1 die, die man auch auf dem Portal bezahlen würde.
Sparen könnte man dort nur die 35€ Versand, was bei mir allerdings durch Bahnticket und Eintritt überboten wurde.
Für Rana habe ich keine Informationen gesammelt, 40€ pro Tier waren aber dass, was ich durch stöbern in Foren etc. als normalen Preis festmachen konnte.
Normal sind dort wohl 35€. Der besondere Farbmorph also auch den Aufpreis wert.
Das Zubehör war im großen und ganzen etwas günstiger zu haben als über einen Onlineversand.
Pflanzen waren auch minimal günstiger.
Teils gab es aber Preise, die über die Zusatzkosten für Porto hinausgehen würden.
Es war eine schöne Erfahrung, aber das Gedränge war mir persönlich einfach zu viel.
Nichts desto trotz bin ich gerade Stolz wie Oskar über meine neuen Untermieter.
Seit bereits drei Stunden sind einzelne Anthonyis am rufen, natürlich erst nachdem sie wirklich jede Ecke des Terrariums beklettert, besprungen und untersucht hatten.
mfg. Daniel